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Zwei Jahrhunderte in China

Der „legendäre Korrespondent“ (SZ) Johnny Erling blickt zurück – und nach vorn. 

Ein Katzenjahr, heißt es, entspricht sieben Menschenjahren. Was das Tempo des gesellschaftlichen Wandels angeht, dürfte ein Chinajahr in etwa sieben deutschen Jahren entsprechen. So gesehen kann Johnny Erling auf rund 200 Jahre Erfahrung als China-Korrespondent zurückblicken.

Auch wenn man nicht zwischen China- und anderen Jahren umrechnen mag, umfasst Erlings Erfahrungsschatz viele prägende Ereignisse der chinesischen Geschichte aus zwei Jahrhunderten: Als er in den 70er Jahren als Student nach Peking kam, lebte Mao Zedong noch. Die gewaltsame Niederschlagung der Studentenproteste am Tiananmen-Platz 1989 erlebte Erling als Korrespondent der Frankfurter Rundschau. Ab 1997 berichtete er für Die Welt und die österreichische Tageszeitung Der Standard über den rasanten wirtschaftlichen und politischen Aufstieg Chinas, über die Tauwetterperiode mit ihrer gesellschaftlichen und medialen Liberalisierung und schließlich den autoritären Rollback unter Xi Jinping. Diesen November ist Johnny Erling nach Deutschland zurückgekehrt.

Für Generationen deutschsprachiger China-Korrespondenten war er ein Mentor. „Johnny Erling war ein China-Korrespondent für China-Korrespondenten“, schrieb die Süddeutsche Zeitung kürzlich. „Alte Hasen gibt es einige in Peking, aber mit Erling ging es ihnen allen wie in der Fabel vom Hasen und dem Igel: Egal, wo man hinkam, er war immer schon da.“

Das Deutsch-Chinesische Mediennetzwerk e.V. möchte zusammen mit Johnny Erling einen Rückblick auf seine Chinajahre werfen. Dazu laden wir am 7. Dezember 2019 alle Interessierten, Journalisten wie Nichtjournalisten, herzlich in das iac Berlin ein. Sie können sich darauf verlassen: Johnny Erling wird schon da sein.

Anschließend Stehempfang. Der Eintritt ist frei.

Wann? Samstag, 7. Dezember 2019, 19:30 Uhr

Wo? International Alumni Center (iac Berlin), Linienstraße 65a II, 10119 Berlin (U8 Rosenthaler Platz)

Anmeldung bis 5. Dezember 2019 per E-Mail an: markus.wanzeck[at]zhongde-media.net

Gast: 

Johnny Erling, Jg. 1952, Studium der Sinologie und Volkswirtschaft in Frankfurt/Main. 1975 bis 1976 Studium der Geschichte und Philosophie an der Pekinger Universität (Beida). 1982 bis 1985 Politischer Redakteur für Die Welt. 1985 bis 1990 China-Korrespondent für die Frankfurter Rundschau. 1994 bis 1997 Chinabeauftragter der dt.-chin. Entwicklungszusammenarbeit, Repräsentant der Städtepartnerschaft Wuhan-Duisburg in Wuhan. Anschließend, bis Ende 2019, China-Korrespondent in Peking für Die Welt und Der Standard.

Moderation: 

Felix Lee, ab 2012 China-Korrespondent in Peking u.a. für die taz und Zeit Online. Auch er ist 2019 nach Deutschland zurückgekehrt und ist nun in der Berliner Redaktion der taz für Weltwirtschaft zuständig.

Die Veranstaltung wird präsentiert in Zusammenarbeit mit dem International Alumni Center (iac Berlin).

Markus Wanzeck

von

Markus Wanzeck ist Redakteur beim Magazin natur, Reporter und Redakteur bei Zeitenspiegel Reportagen und Vorsitzender des Deutsch-Chinesischen Mediennetzwerks e.V.