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China auf dem Weg in die IT-Diktatur?

George Orwells Roman „1984“ wirkt in mancher Hinsicht fast putzig dagegen: Im Jahr 2014 wurde in der chinesischen Küstenstadt Rongcheng ein „Sozialkredit“-System eingeführt, das von möglichst allen Menschen möglichst alles erfasst: Verkehrsverhalten, Zahlungsmoral, private Vermögen, Strafregister, die Handy- und Internetnutzung in allen Facetten … Wer im Sinne der Kommunistischen Partei ein guter Bürger ist, kann Punkte sammeln. Wer Unerwünschtes tut oder sagt, bekommt Punkte abgezogen. Mit ganz realen Folgen im Alltag.

Es war nur ein Pilotprojekt. Bis 2020 soll das Sozialkredit-System auf ganz China und seine inzwischen rund 1,4 Milliarden Bürger ausgeweitet werden. Was bedeutet diese massive digitale Überwachung für die Bürger, die Zivilgesellschaft und den Journalismus?

Im Rahmen der Netzwerk Recherche-Jahreskonferenz, die am 29. und 30. Juni 2018 in Hamburg stattfindet, präsentiert das Deutsch-Chinesische Mediennetzwerk e.V. zu diesem Thema eine Podiumsdiskussion.

Es diskutieren: Michael Anti, einer der bekanntesten Journalisten und politischen Blogger Chinas; Christoph Giesen, China-Wirtschaftskorrespondent der „Süddeutschen Zeitung“ in Peking; Hu Yong, Journalismus-Professor an der Peking-Universität und chinesischer Internetpionier; Anne Renzenbrink, Pressereferentin mit Schwerpunkt Asien bei Reporter ohne Grenzen.

Weitere Infos zur Veranstaltung gibt es beim Deutsch-Chinesischen Mediennetzwerk.

 

Markus Wanzeck

von

Markus Wanzeck ist Chef vom Dienst beim Magazin natur sowie Reporter und Redakteur bei Zeitenspiegel Reportagen. Er ist Vorsitzender des Deutsch-Chinesischen Mediennetzwerks e.V.