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Stuttgart 21 v. Chr.

Noch nie stand Archäologen auf der Schwäbischen Alb eine größere Fläche für ihre Spurensuche zur Verfügung. Bei Grabungen entlang der ICE-Trasse zwischen Stuttgart und Ulm stoßen sie auf überraschend viele Funde.

„Donnerwetter!“, entfährt es Dr. Michael Wagschal, als die Baggerschaufel die Vergangenheit aus dem grauen Lehmboden und einem Jahrhunderte währenden Dornröschenschlaf reißt. Er hält einen rostfarbenen Leistenziegel in der Hand. Flache Form, zwei parallel verlaufende Kanten: „Das ist ein römischer Ziegel!“ Die hiesige Römerzeit begann 15 v. Chr., als Kaiser Augustus‘ Truppen erstmals große Teile des heutigen Baden-Württemberg besetzten. Sie endete 260 n. Chr., als die Alemannen den römischen Limes durchbrachen. An einem Herbsttag im Oktober 2012 kommen Überreste dieser Ära wieder zum Vorschein.

Der Archäologe stoppt den Baggerfahrer, der eigentlich einer ganz anderen Arbeit nachgeht. Er soll Wasserleitungen verlegen für die neue ICE-Trasse zwischen Stuttgart und Ulm, rund 500 Meter südlich der A8 zwischen Aichelberg und der Zähringerstadt Weilheim an der Teck. Doch nachdem nun Ziegel für Ziegel die Vergangenheit ausgebuddelt wird, muss die Zukunft warten, müssen Wagschal und sein Team, Archäologen des Stuttgarter Landesamts für Denkmalpflege, die Fundstelle am Fuß der Schwäbischen Alb wie Spürhunde nach archäologischen Raritäten absuchen.

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