Veröffentlichungen

Nichtstun ist keine Option

Wie die Redakteure des „Schwäbischen Tagblatts“ sich gegen die Kürzungen bei ihrer Zeitung wehren: Die einen streiken, die anderen arbeiten für zwei.

Die Angst sitzt ihr im Nacken. Was, wenn immer mehr Leser ihr Zeitungsabo stornieren? Wenn sie es leid sind, dass seit nunmehr 27 Tagen nur noch ein billiger Abklatsch ihres Schwäbischen Tagblatts im Briefkasten liegt – so dünn wie ihr Marmeladenbrot zum Frühstück, aber leider nicht so schmackhaft. Denn vor allem Agenturmeldungen und Pressemitteilungen füllen die Seiten. Eigentlich sollte Ulla Steuernagel jetzt in der Redaktion vor ihrem Computer sitzen, recherchieren, schreiben und informieren. Stattdessen sitzt sie mit vielen anderen Kollegen auf der kalten Steintreppe des Tübinger Holzmarkts und streikt, mal wieder. „Ich fühle mich wie das Kaninchen vor der Schlange“, sagt sie, denn das Letzte was sie wolle, sei, ihrer Zeitung schaden. „Doch hier geht es um die Zukunft unseres Berufsstands“, sagt sie kämpferisch, einfach wegschauen und Nichtstun sei keine Option.

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