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Gestrandet im Gemüsefeld

Auch dieses Jahr gelangten jede Woche Tausende Flüchtlinge über die zentrale Mittelmeerroute nach Europa. Die meisten von ihnen stranden auf Sizilien. Dort angekommen, ist die Reise jedoch noch längst nicht vorbei. Die Asylanträge der Flüchtlinge aus Afrika werden nach Auskunft des UNHCR im Schnitt zu 60 Prozent abgelehnt. Viele von ihnen erhalten von den italienischen Behörden eine Aufforderung zur sofortigen Ausreise. Auf eigene Kosten.

Die Abgelehnten bleiben meist als Illegale in Italien. Sie verdienen ihr Geld mit kleinen Jobs, zum Beispiel als Erntehelfer. Im Frühjahr leben bis zu 200 Wanderarbeiter in einem Camp vor der Stadt Cassibile, um auf den Feldern Tomaten und Kartoffeln zu ernten. Im Spätsommer reisen sie weiter aufs Festland, helfen beim Oliven pflücken. Die Lebensbedingungen sind katastrophal, der Verdienst gering. Mehr als 45 Euro pro Tag verdienen sie kaum.

Nur wenige Organisationen bieten den illegalen Feldarbeitern Hilfe an. Eine von ihnen ist die Kirche in Syrakus unter Padre Carlo D’Antoni, gelegen inmitten eines sozialen Brennpunkts. Padre Carlo bringt in Hochzeiten rund 70 Flüchtlinge bei sich unter und liefert regelmäßig Essen und Kleidung an die Feldarbeiter in Cassibile. Seine Gemeinde und der Bischoff von Syrakus nehmen ihm das übel, sie ziehen sich zurück. Padre Carlo aber macht das nichts aus – er will helfen.

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